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Land Rover Magazin #40

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In dieser Ausgabe testen zwei inspirierende junge Abenteurer den neuen Defender bei ihrer Vorbereitung auf die Expedition zum Südpol. Außerdem feiern wir 50 Jahre Range Rover mit einer Entdeckungsreise nach Dubai. Wir blicken sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft. Dabei erläutert uns eine Gruppe von Visionären die Technologien, die die Zukunft für uns alle verändern könnten.

Meine Reise beginnt im

Meine Reise beginnt im Native, wo mir Davis und Tisdall-Downes eine großzügig mit Ameisen befüllte Schüssel anbieten und mich auffordern, mich auf dieses Abenteuer einzulassen. „Unser Insektensammler hat sie uns geschickt, und sie sind einfach umwerfend“, sagt Davis. „Sie schmecken wie Zitronen-Sorbet. Die Ameisensäure, ihr Schutzmechanismus, verleiht ihnen diesen natürlich prickelnden Geschmack.“ Eine Ameise zu essen, ist eine angenehm zitronig-prickelnde Geschmacksexplosion, die man bei der winzigen Größe des Tierchens gar nicht erwarten würde. Das Aroma ist magisch. Noch beeindruckender wird es dann aber in Verbindung mit der cremigen Süße einer mit Ameisen garnierten Pilzterrine. Auf den ersten Blick könnte man die kleinen Krabbler auch für Schwarzkümmelsamen halten. Davis und Tisdall-Downes, die bereits begeisterte Kommentare von Branchengrößen wie Nigella Lawson erhalten haben, bestätigen, dass bei ihren Desserts „das Überraschungsmoment“ einen Teil der Attraktivität der Waldameisen ausmacht. Aber wie bei den eingelegten Schnecken, aus denen sie Tartar machen, und dem Eichhörnchenfleisch, das sie zu Lasagne verarbeiten, liegt ihr Antrieb in dem pragmatischen Wunsch, einheimische Zutaten zu verwenden und Verschwendung zu vermeiden. „Ameisen haben einen säuerlichen Geschmack, den wir mit in Großbritannien erzeugten Produkten nur schwer erreichen können“, so Tisdall-Downes. „Und im Vergleich ‌„GEBRATENE HEUSCHRECKEN EBNEN ANGEHENDEN Rote Beete mit Grille im Dier Makr INSEKTENGOURMETS OFT DEN ZUGANG ZU DIESER WELT“ Möhren und Lauchpüree entstehen. In vielen Ländern ist die Entomophagie allerdings kein bahnbrechend neuer Trend, der verstaubten Geschichtsbüchern entrissen wurde. Schätzungsweise zwei Milliarden Menschen weltweit essen regelmäßig Insekten, beispielsweise frittierte heiße Rüsselkäfer auf thailändischen Straßenmärkten oder geröstete Termiten in Kenia. In Mexiko werden landesweit vermutlich über 500 Arten von Insekten konsumiert. Die anhaltende Beliebtheit der mexikanischen Küche hat dazu geführt, dass es verschiedene Insekten bis auf Speisenkarten in New York (der legendäre Heuschrecken-Taco im The Black Ant) und Madrid geschafft haben. In der spanischen Hauptstadt serviert man im mit einem Michelin- Stern ausgezeichneten Punto MX Seeteufelzu einer importierten Zitrone ist die CO 2 -Bilanz der Ameisen minimal. Es geht darum, mehr natürliche und wilde Zutaten zu verwenden, und nicht um einen bloßen Werbegag.“ Für europäische Restaurants wie das Native und das Mana und den im Noma ausgebildeten Koch Simon Martins, der mit einem Nachtisch aus Pinienkernen und Ameisen Manchester den ersten Michelin-Stern erkochte, sind Insekten der Versuch, die westliche Esskultur wieder mit ihrer Vergangenheit in Einklang zu bringen, und dabei kommen auch angesagte Zutaten wie Seetang, Sanddorn und Bienenwachs zum Einsatz. Dies trifft teilweise auch auf das Dier Makr in Hobart, Tasmanien zu, ein international anerkanntes Restaurant, in dem aus der Integration einheimischer Kost und einer neuen nordischen Sensibilität Gerichte wie würzige Grillenpaste an Aguachile mit geriebenen fliegenden Ameisen. Mein kulinarischer Ausflug endet im Ella Canta, dem clubartigen Luxusrestaurant der mexikanischen Köchin Martha Ortiz im Londoner Stadtteil Mayfair. Hier sitze ich nun und starre auf eine Schale Guacamole, die mit zwei knusprigen, goldbesprühten Heuschrecken dekoriert ist. „Die Idee war, dass sie wie ein mexikanisches Schmuckstück aussehen sollten“, so Ortiz ermutigend. „Ich wusste, dass das die Neugier wecken würde. Als ich ein Kind war, kamen bei uns ständig Insekten auf den Tisch, wie anderswo Salz und Pfeffer. Ich habe auch schon erlebt, wie sich Gäste darüber stritten, wer denn nun die Heuschrecke bekommt.“ Ich greife einen der bröseligen Insektenkadaver, dippe ihn in die Avocadocreme und stecke ihn mir in den Mund. Er hat einen angenehmen, moschusartigen Grillgeschmack mit einem Hauch von Schweinefleischaroma. Nach diesem Geschmackserlebnis kann ich nachvollziehen, warum gebratene Heuschrecken und Grillen angehenden Insektengourmets weltweit oft den Zugang zu dieser Welt ebnen. Bedeutet das alles also, dass der Trend zur Ganztiernutzung und unerschrockene Protagonisten wie der verstorbene Anthony Bourdain, dafür gesorgt haben, dass Gäste in der Tartar von der Avocado mit Ameisen in Quintonil westlichen Welt heute weniger zimperlich sind? Tisdall-Downes ist sich da nicht so sicher. „Ich habe Dinge wie Mehlwürmer gegessen, und sogar für mich hat es sich höchst seltsam angefühlt, darauf zu beißen“, gibt er zu. Es ist erwähnenswert, dass die meisten Startups in der boomenden Insektenlebensmittelbranche (deren Geschäftsvolumen im nächsten Jahr auf 1,2 Mrd. GBP geschätzt wird) sich auf geschmacklich unbestimmte Mehle, Pasteten und Energieriegel konzentrieren, bei denen man sich nicht durch ein Exoskelett knabbern muss. Doch in einem Zeitalter, in dem Lieferservice- Apps eine ernsthafte Bedrohung für die traditionelle Gastronomie darstellen, könnten insektenbasierte Gerichte eine Lösung sein, um Gäste anzuziehen. „Vor einem Monat wählte eine Frau unser Degustationsmenü und wusste gar nicht, dass sie Ameisen gegessen hatte“, sagt Davis. „Als ich ihr das später sagte, kreischte sie vor Schreck und Begeisterung.“ Dieser Art von begeisterten Reaktion können die meisten Köche schwer widerstehen. Täuschen Sie sich also nicht. Vielleicht bekommt dieser Trend ja wirklich noch Flügel. Lammhirn mit Mehlwürmern im Alchemist 66 67

 

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Das Land Rover Magazin präsentiert Geschichten aus aller Welt, die für innere Stärke stehen und das Motto „Above and Beyond“ repräsentieren.

In dieser Ausgabe testen zwei inspirierende junge Abenteurer den neuen Defender bei ihrer Vorbereitung auf die Expedition zum Südpol. Außerdem feiern wir 50 Jahre Range Rover mit einer Entdeckungsreise nach Dubai. Wir blicken sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft. Dabei erläutert uns eine Gruppe von Visionären die Technologien, die die Zukunft für uns alle verändern könnten.



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